S t a t u t e n

des Dierdorfer Schützen - Vereins

festgestellt in der General - Versammlung

am 12ten Dezember 1858

 

 

§ 1

Der Schützen - Verein bezweckt theils die Ausbildung tüchtiger Büchsen-schützen, theils die Erhöhung und Veredlung des geselligen Lebens. Das Streben eines jeden Mitgliedes muß daher stets dahin gerichtet sein, sich die Eigenschaften braver Bürger und rechtlicher Männer zu erwerben. Mit dem Wahlspruche:

                            >Liebe zum Vaterlande, Treue dem Könige,

                              und Achtung vor dem Gesetze>

ist der ganze Verein bereit, wenn es gefordert wird, seine Gesinnungstüchtigkeit durch die That zu beweisen; sowie sich auch die einzelnen Mitglieder zur Befestigung ihrer Eintracht verbinden, Einer dem Anderen mit Rath und That an die Hand zu gehen, und wo ihm Gefahr und Schaden drohen, nach Kräften beizustehen. Endlich bezweckt der Verein, die vaterländischen Feste auf passende Weise verherrlichen zu helfen.

 

 

§ 2

 

Die Mitglieder des Vereins theilen sich in:

a.                ordentliche Mitglieder, und

b.                Ehrenmitglieder.

1.  Ordentliche Mitglieder sind diejenigen, welche durch die statutengemäße Wahl aufgenommen, mit Übernahme der Pflichten auch der Rechte des Vereins theilhaftig waren.

2.  Zu Ehren - Mitgliedern können Personen, welche sich besondere Verdienste zur Erreichung des Gesellschaftszweckes erworben haben, gewählt werden. Die Ehren - Mitglieder sind frei von den jährlich zu leistenden Beiträgen, brauchen auch keine Uniform und Waffen zu tragen, den regelmäßigen Versammlungen des Vereins können dieselben berathend, jedoch ohne Stimmberechtigung beiwohnen. Dagegen haben dieselben Zutritt zu den von dem Verein veranstalteten Schießübungen und Festlichkeiten.

 

 

§ 3

 

Mitglied kann jeder werden, der unbescholten ist, und den erforderlichen Grad von Bildung hat.

 

 

§ 4

 

Jeder, welcher dem Verein beitreten will, muß wenigstens 20 Jahre alt sein, oder seinen Militärdienst schon genügt haben, und darf in keinem Lehrverhältnis mehr stehen.

 

 

§ 5

 

Die Aufnahme ordentlicher Mitglieder findet durch Ballotage statt. Das Recht zum Ballotieren steht nur den ordentlichen Mitgliedern zu.

 

 

§ 6

 

Wer als Mitglied dem Verein beizutreten wünscht, hat sich entweder persönlich oder schriftlich bei einem Mitglied des Vorstandes zu melden. Der Vorstand  bespricht sich über die Meldung, und nimmt derselbe Anstand, den sich Meldenden zur Ballotage zuzulassen, so wird dem Antragsteller dies ohne Angabe der Gründe mitgetheilt.

 

 

§ 7

 

Bei der Ballotage entscheidet einfache Stimmenmehrheit, und bei Stimmengleichheit entscheidet der Vorstand.

 

 

§ 8

 

Die Anmeldung zur Aufnahme in die Gesellschaft kann zu jeder Zeit erfolgen, der im Laufe eines Jahres Aufgenommene muß jedoch den Beitrag für´'s ganze Jahr - von Schützenfest zu Schützenfest -  entrichten.

 

 

§ 9

 

Derjenige, welcher durch das Recht der Ballotage abgewiesen worden ist, kann sich nach Verlauf eines Jahres zum zweitenmale zur Aufnahme melden. Spricht auch die zweite Ballotage gegen seine Aufnahme, so soll es ihm nach Verlauf eines weiteren Jahres gestattet sein, dich abermals zur Aufnahme zu melden. Das Recht dieser Ballotage bleibt alsdann ein für allemal entscheidend.

 

 

§ 10

 

Die Ernennung von Ehren - Mitgliedern erfordert nicht allein das einstimmige Gutheißen des Vorstandes, sondern auch die Zustimmung von mindestens zwei drittheilen der ordentlichen Mitglieder des Vereins.

 

 

§ 11

 

Die ordentlichen Mitglieder, als Basis der Gesellschaft, sind die alleinigen Besitzer des Gesellschaftsvermögens.

 

 

§ 12

 

Zur Bestreitung der Kosten des Vereins zahlt jedes ordentliche Mitglied bei der Aufnahme in den Verein als Eintrittsgeld zwei Thaler und monatlich einen Beitrag von fünf Silbergroschen.

 

 

§ 13

 

Der Schützenverein ist nicht auf den hiesigen Ort beschränkt, vielmehr können auch qualifizirte Auswärtige aufgenommen werden.

 

 

$ 14

 

Wer Tags vor dem Schützenfeste seinen Jahresbeitrag noch nicht berichtigt hat, trotzdem er hierzu aufgefordert wurde, wird als von der Gesellschaft ausgetreten betrachtet. Dem ungeachtet bleibt derselbe zur Zahlung des rückständigen Beitrages verpflichtet.

Wer versetzt wird, oder verzieht, und später wieder hierher zurückkehrt, kann der Gesellschaft wieder beitreten, ist aber von der Zahlung des Eintrittsgeldes befreit.

 

 

§ 15

 

Demjenigen, welcher nach den betreffenden Paragraphen zum Austritte gezwungen wurde, steht nach Verlauf von zwei Jahren eine neue Ballotage auf sein Verlangen zu.

 

 

§ 16

 

Jeder neu aufgenommene Mitglied hat von seiner Aufnahme an bis zum nächsten Schützenfeste seine Armaturstücke zu stellen.

 

 

§ 17

 

Die Angelegenheiten des Vereins werden durch den Hauptmann, Lieutnant, Feldwebel und vier Vorstandsmitglieder geleitet, letztere werden aus der Gesellschaft gewählt. Diese sieben Personen bilden den Vorstand.

 

 

§ 18

 

Der Vorstand wählt aus seiner Mitte:

a,      einen Vorsitzenden, welcher in Verhinderungsfällen einem anderen
         Vorstandsmitgliede den Vorsitz zu übertragen befugt ist.

b,      einen Rechnungsführer, der zugleich die Funktion des Protokollführer zu versehen hat.

 

 

§ 19

 

Der Hauptmann und der Rechnungsführer kann nicht Vorsitzender des Vorstandes sein.

 

 

§ 20

 

Für die Geschäftsführung des Rechnungsführers ist der Vorstand, der Gesellschaft gegenüber, verantwortlich, und selbigen deshalb zu kontrollieren befugt und verpflichtet.

 

 

§ 21

 

Die Beschlüsse des Vorstandes erfolgen durch Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. Zur Beschlussfassung ist aber die Anwesenheit von wenigstens fünf Mitgliedern des Vorstandes erforderlich.

 

 

§ 22

 

Zu den Obliegenheiten des Vorstandes gehört namentlich:

a,      die Berufung von Generalversammlungen und Ausführungen der darin gefassten
         Beschlüsse.

b,      die Feststellung der Festprogramme, das Arrangement aller Festlichkeiten und des
         öffentlichen Auftretens der Gesellschaft überhaupt.

c,       der Vorstand übt bei den Festlichkeiten und sonstigen öffentlichen Angelegenheiten
die Disciplin in der Gesellschaft, und ist jeder Schütze verpflichtet, seinen Anordnungen ungedingt Folge zu leisten. Er ernennt zur Aufrechterhaltung der Ordnung etwa nöthig werdende besondere Chargirte.

d,      im übrigen leitet der Vorstand die Gesellschaft in ihren inneren Angelegenheiten, und verwaltet das Vermögen der Gesellschaft. Schulden darf derselbe nur soweit kontrahieren, als solche auch voraussichtlich durch die Einnahme des laufenden Jahres gedeckt werden können.

e,       der Vorstand vertritt die Gesellschaft in ihren Rechtsangelegenheiten, und wird von derselben mit Substitutionsbefugnis bevollmächtigt, vor Gericht aufzutreten, und Alles zu thun, was die Gerichte von dem gehörig Bevollmächtigten einer abwesenden Parthei zu fordern berechtigt ist.

f,       der von dem Vorstande aus seiner Mitte gewählte Rechnungsführer erhebt die Beiträge der Schützen, besorgt alle sonstigen Einnahmen und macht die Auszahlungen. Alle eingehenden Rechnungen hat der Rechnungsführer bei der ersten Zusammenkunft der Vorstandes zur Anweisung vorzulegen. Findet der Vorstand die Rechnungen zur Anweisung geeignet, so ist darauf der Vermerk zu setzen: „Angewiesen zum Betrage von Th. Sgr.“  und ist dieser Vermerk von Vorsitzenden des Vorstandes zu unterschreiben. Es ist Pflicht des Vorstandes, hierbei die größte Sparsamkeit zu beachten. Der Rechnungsführer erhält für seine Bemühungen keine besonderen Remmueration, und kann nur die baaren Auslagen ersetzt verlangen.

g,      der Vorstand ist verpflichtet binnen sechs Wochen nach dem jährlichen Hauptschützenfeste  über die Vermögensverwaltung Rechnung abzulegen, welche in einem bestimmten Lokale vierzehn Tage lang jedem Schützen zur Durchsicht und Prüfung offen gelegt und demnächst in einer General-Versammlung  zur Kenntnis der Gesellschaft gebracht werden soll.

h,      der Vorstand hat über die Vermögensstücke der Gesellschaft ein Inventar aufzustellen, und dasselbe jedes Jahr mit der Rechnung vorzulegen. Der Rechnungsführer hat Zu- und Abgang gehörig zu notiren, und ist der Bestand jedes Jahr nach dem Schützenfeste durch den Gesamt-Vorstand einer genauen Revision zu unterwerfen. Auch für die ordentliche und sichere Aufbewahrung der Effekten, mit Ausschluß der Fahne, hat der Vorstand zu sorgen.

 

 

§ 23

 

Wenn ein Viertheil der ordentlichen Gesellschaftsmitglieder gegen eine Anordnung des Vorstandes, in einer schriftlichen Eingabe  an diesen protestiren, so muß der Vorstand eine General-Versammlung berufen, worin dann über diese Protestation und resp. über die Anordnung des Vorstandes Beschluß gefaßt wird.

 

 

§ 24

 

Die Beamten der Gesellschaft sind:

a,      ein Hauptmann oder Oberführer

b,      ein Lieutenant oder Zugführer

c,       ein Feldwebel

d,      ein Fähnrich

e,       ein Oberjäger

f,       ein Schützenmeister.

 

 

§ 25

 

Durch diese Chargirten wird das äußere Auftreten der Gesellschaft geregelt, im Gegensatz zur inneren Verwaltung, welche lediglich dem Verstande obliegt.

 

 

§ 26

 

Der Hauptmann befehligt die öffentlichen Züge, und hat mit den übrigen Chargirten insbesondere für Aufrechterhaltung der Ordnung bei Festlichkeiten zu sorgen.

 

 

§ 27

 

Der Hauptmann wird in Verhinderungsfällen durch den Lieutenant vertreten.

 

 

§ 28

 

In der Wohnung des Hauptmanns wird die Fahne niedergestellt.

 

 

§ 29

 

Der Feldwebel, Oberjäger und Schützenmeister haben die einzelnen Schützen im Gebrauche der Waffen zu üben, und bei den Schießübungen muß den von denselben getroffenen Maßregeln ungedingt Folge geleistet werden.

 

 

§ 30

 

Die Schützen versammeln sich am ersten Sonntage jeden Monats zur Entrichtung ihrer Beiträge, zu etwaigen Berathungen und zum geselligen Beisammensein in einem dazu zu bestimmenden Wirthslokale. Wird eine Generalversammlung nöthig, so soll diese in der Regel auf diesen Tag anberaumt, und müssen dann die Schützen speziell dazu vorgeladen werden.  Letzteres geschieht sonst in der Regel nicht, und können als dann auch nur Berathungen stattfinden, nicht aber Beschlüsse gefasst werden. Bei jeder derartigen Zusammenkunft bestimmt der Vorstand, wo die nächste Versammlung stattfinden soll, und hat sich jeder Schütze hiernach zu erkundigen, wenn er nicht anwesend gewesen ist. Jeder Schütze ist verpflichtet, diesen Versammlungen regelmäßig beizuwohnen. Wer in einer Versammlung, wozu spezielle Einladungen ergangen sind, ohne Entschuldigung beim Vorstande, fehlt, der verfällt in eine Straße von zwei und einem halben Silbergroschen, welche in die Schützenkasse fließt. Die Nichtzahlung dieser Strafe hat dieselben Folgen, als ob der Jahresbeitrag nicht gezahlt sei.

 

 

§ 31

 

Im Laufe des Sommers wird vom Monate Mai bis incl. Oktober am ersten und dritten Sonntage jeden Monats nach der Scheibe geschossen. Diesen Uebungen müssen die Schützen, soweit es die Verhältnisse eines Jeden gestatten, beiwohnen. Der dabei nöthige Marqueur sowie die Scheiben und Zündhütchen werden aus der Gesellschaftskasse bezahlt.

 

 

§ 32

 

Nichtmitglieder des Vereins müssen bei diesen Schießübungen durch ordentliche Mitglieder eingeführt werden, und haben sich dieselben den bestehenden Schießregeln zu unterwerfen.

 

 

§ 33

 

Alljährlich wird zur Hauptfeier des Vereinsfestes ein Königsscheibenschießen abgehalten, dessen Anordnungen vom Vorstand getroffen werden.

 

 

§ 34

 

Wer die besten drei Schüsse thut, wird für das laufende Jahr Schützenkönig. Zu dieser Würde können nur ordentliche Mitglieder gelangen.

 

 

§ 35

 

Der jedesmalige Schützenkönig erhält von der Gesellschaft eine Prämie zum werthe von wenigstens fünf Thaler. Er trägt zur Auszeichnung das dem Vereine gehörige silberne Königsschild mit hiesigen Stadtwappen, an welche die von Sr. Majestät, dem König dem Verein huldvollst verliehene goldene Huldigungsmedaille befestigt ist, und erhält außerdem zur Erinnerung vom Vereine eine silberne Medaille. Derselbe verpflichtet sich dagegen, an das Hauptschild ein kleines Erinnerungszeichen anfertigen zu lassen.

 

 

§ 36

 

Nach dem Königsschießen findet am Schützenfeste ein Preisschießen statt, wobei sich jeder Schütze mit wenigstens Einem Loose betheiligen muß. Eine Vertretung beim Schießen findet überhaupt nicht statt.

 

 

§ 37

 

Jeder Schütze hat die bei festlichen Gelegenheiten und namentlich beim Hauptschützenfeste beliebt werden öffentlichen Aufzüge mitzumachen. Nur ganz dringende Entschuldigungsgründe können hiervon befreien. Werden Entschuldigungen vorgebracht, so entscheidet darüber der Hauptmann, und will sich der betreffende Schütz bei dessen Ausspruch nicht beruhigen, die sämmtlichen anwesenden Chargirten nach Stimmenmehrheit, wobei event. der Hauptmann den Ausschlag giebt. Wer sich bei den Aufzügen nicht betheiligt, ohne sich zu entschuldigen, oder wenn die vorgebrachten Entschuldigungsgründe nicht genügend befunden wurden, so wird der betreffende Schütz bei dem Feste als fremd betrachtet, und ist wenn er dem Feste beiwohnen will, das von Nichtschützen zu zahlende Entree zu entrichten verpflichtet.

 

 

§ 38

 

Außer an dem Hauptschützenfeste soll jedes Jahr mindestens ein Tanzvergnügen stattfinden.

 

 

§ 39

 

Jedes ordentliches Mitglied der Schützengesellschaft muß eine Uniform haben, welche besteht:

 

1,

in dunkelgrünem Oberrock mit stehendem Kragen vom schwarzem Sammet

 

 

und weißen Knöpfen.

 

2,

schwarze Hosen, im Sommer weiße Hosen

 

3,

schwarze Halsbinde

 

4,

grüner Jagdhut mit der National-Cokarde

 

Die Chargirten tragen folgende Auszeichnungen:

 

1,

der Hauptmann trägt:

 

 

a,

goldene Eqaulettr mit Troddelfranzen,

 

 

 

das Feld vom schwarzen Sammet, worauf die Aufschrift „F.W.“ sich

 

 

 

 befindet.

 

 

b,

eine grüne seidene mit hellgrünen Laubmark durch wirkte Schärpe

 

 

c,

einen Säbel mit goldenen Portogen.

 

2,

die Offiziere tragen goldene Eqaulettr ohne Troddelfranzen, Schärpe und

 

 

Säbel wie der Hauptmann.

 

3,

der Feldwebel trägt:

 

 

a,

einen Hirschfänger mit goldenen Portegen

 

 

b,

schwarzsammethe Achselklappen mit hellgrün paspolirt.

 

4,

der Oberjäger trägt eine goldene Raupe auf den Achseln, Hirschfänger wie

 

 

der Feldwebel

 

5,

die Schützenmeister erhalten zur Auszeichnung eine goldene Querlitze auf

 

 

den Achseln.

 

 

§ 40

 

Jedes neu aufgenommene ordentliche Mitglied des Vereins muß sich die Uniform bis zum nächsten Schützenfeste beschaffen. Auch müssen die Chargirten sich die Auszeichnungen an ihren Uniformen selbst beschaffen.

 

 

§ 41

 

Alle Wahlen von Chargirten und Vorstandsmitgliedern sowie Ballotagen über Aufnahme oder Ausschließung eines Mietgliedes sollen durch geheime Abstimmung geschehen. Bei sonstigen Beschlüssen der Gesellschaft bestimmt der Vorstand, ob dies öffentlich oder durch geheime Abstimmung geschehen soll.

 

 

§ 42

 

Sämmtliche Wahlen erfolgen nach einfacher Stimmenmehrheit. Zur Beschlussfassung in einer General – Versammlung ist aber die Anwesenheit von mindestens der Hälfte der ordentlichen Gesellschafts-Mitglieder erforderlich.

 

 

§ 43

 

Die Chargirten und Vorstandsmitglieder werden auf zwei Jahre gewählt. Von den Vorstandsmitgliedern treten jährlich zwei aus. Bei der ersten Neuwahl werden die Austretenden durch’s Loos bestimmt.

 

 

§ 44

 

Auswärtiges Mitglied der Gesellschaft soll in den Vorstand nicht gewählt werden.

 

 

§ 45

 

Jeder Chargirte, sowie jedes Mitglied des Vorstandes kann sofort nach seinem Austritte wieder gewählt werden.

 

 

§ 46

 

Jeder Schütze ist verpflichtet, eine auf ihn fallende Wahl anzunehmen, wenn er ferner der Gesellschaft angehören will. Nur triftige Entschuldigungen können von Annahme einer Wahl befreien. Der Vorstand entscheidet über die Entschuldigungsgründe und hat sich der Betreffende unbedingt dessen Entscheidung zu unterwerfen. Nur eine unmittelbare Wiederwahl kann ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden.

 

 

§ 47

 

Ohne bei einer Plenarversammlung gemachte Anzeige können sämmtliche Vorstandsmitglieder gleichzeitig ihre Funktion nicht niederlegen.

 

 

§ 48

 

Zu den General-Versammlungen sind die Schützen durch ein vom Vorsitzenden des Vorstandes unterzeichnetes Cirkular, worin der Zweck der General-Versammlung genau angegeben ist, und zwar mindestens zwei Tage vorher, einzuladen. Ueber andere Gegenstände, als in dem Cirkular angegeben, dürfen Beschlüsse nicht gefasst werden.

 

 

§ 49

 

Auswärtigen Mitgliedern wird die Einladung zu General-Versammlungen pp. durch die Post auf ihre Kosten zugeschickt.

 

 

§ 50

 

Der Rechnungsführer hat bei allen General-Versammlungen über das Verhandelte ein Protokoll aufzunehmen, welches von ihm und dem Vorsitzenden zu unterschreiben ist.

 

 

§ 51

 

Macht sich ein Mitglied der Gesellschaft einer ehrenrührigen Handlung schuldig, oder begiebt sich einem Lebenswandel, der öffentliches  Aergerniß erregt, so soll der Vorstand eine General-Versammlung berufen, damit über die Ausschließung desselben ballotirt werde.

 

 

§ 52

 

Vergeht sich ein Schütze gegen die Statuten oder gegen die Anordnungen der nach Maßgabe derselben mit Handhabung der Ordnung beauftragten Gesellschaftsbeamten,  so soll der Vorstand ihn zur Verantwortung ziehen und ihm einen Verweis ertheilen oder auf dessen Ausschließung aus der Gesellschaft antragen, worüber dann nach § 51 verfahren wird.

 

 

§ 53

 

Beträgt sich ein Schütze bei irgend einer gesellschaftlichen Zusammenkunft, die vom Verein stattfindet, unanständig, so kann der Vorstand ihn aus dem Lokale entfernen.

 

 

§ 54

 

Wer im Laufe eines Jahres von der Gesellschaft freiwillig oder gezwungen austritt, hat den laufenden Beitrag für’s  ganze Jahr zu entrichten.

 

 

§ 55

 

Das Gesellschafts-Vermögen ist Eigenthum der Gesammtheit der ordentlichen Mitglieder. Wer freiwillig austritt, oder vom Verein ausgestoßen wird, verliert durch den Austritt jeden Anspruch an dem Gesellschafts-Vermögen.

 

 

§ 56

 

Abänderungen dieser Statuten oder Zusätze zu denselben können nur in einer eigens dazu berufenen General-Versammlung durch eine Mehrheit von drei Viertheil der Stimmen sämmtlicher ordentlichen Gesellschaftsmitglieder beliebt werden.

 

 

Eingesehen, genehmigt und unterschrieben:

 

[ Die Mitglieder ]